Einführung Flirt Evo: Die Zukunft ist nahe
Thurbo hat 107 Regionalzüge des Typs Flirt Evo bestellt. In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen die ersten Züge in den regulären Betrieb überführt werden.
Text: Timon Kobelt

Nach intensiven Tests hat der vierteilige Flirt Evo im September 2025 die Zulassung des Bundesamts für Verkehr in der Schweiz erlangt. Seit Anfang 2026 bringt der neue Thurbo Regionalzug nun Fahrgäste von A nach B – vorwiegend auf der S9 zwischen Wil und Wattwil.
Häppchenweise in den Normalbetrieb
Thurbo sammelt mit den Fahrten zusätzliche praktische Erkenntnisse und prüft die Zuverlässigkeit der Züge im Fahrgastbetrieb – etwa die Funktionalität der Kundeninformationskanäle. Es ist sowohl für die Züge als auch das frisch geschulte Lokpersonal wichtig, in kurzer Zeit möglichst viele Kilometer fahren zu können. Zudem werden die Fahrzeuge regelmässig um weitere Kompositionen verlängert oder verkürzt, was auf der S9 ideal möglich ist. Sämtliche Flirt Evo, die fertig produziert sind, durchlaufen diese Schritte: Sie nennen sich gelenkter Betrieb und Betriebserprobung (siehe Erklärfilm) und werden durch Thurbo eng begleitet, sodass im Störungsfall rasch reagiert werden kann.
Die jetzigen Fahrten des Flirt Evo sind sozusagen ein Vorgeschmack auf die Zukunft des Regionalverkehrs. Haben die ersten neuen Fahrzeuge die Betriebserprobung hinter sich und wurden von Thurbo gegenüber dem Hersteller Stadler abgenommen, gelangen sie häppchenweise in den normalen Bahnbetrieb. Bei Redaktionsschluss hat Thurbo drei Flirt Evo übernommen. Die ersten zwei davon fahren schon ab Sommermitte im Tösstal (S26), per Fahrplanwechsel im Dezember 2026 sind dann acht Vierteiler regulär auf der S26 unterwegs.
Bis alle 107 Flirt Evo im Einsatz sind, dauert es bis Mitte der 2030er Jahre. Die Erkenntnisse aus den Probefahrten mit Fahrgästen nutzt Thurbo zur Vorbereitung der weiteren Einführung im ganzen Betriebsgebiet. Dabei sind auch die Rückmeldungen der Kund:innen wertvoll: Positiv ist den Reisenden bis anhin das Fahrgefühl, das Ambiente sowie der Komfort aufgefallen. Für leichte Irritation sorgt zuweilen das laute Türschliess-Warnsignal der Zugtüren. Dieses ist regulatorisch vorgeschrieben, damit auch Menschen mit Einschränkungen den Zug gefahrlos nutzen können.


