Zehnmal Bier von hier

Mit dem Bierbrauen verhält es sich wie mit anderen Hobbys: Hingabe, Freude, Ausdauer und der Austausch mit Gleichgesinnten kreieren einzigartige Momente. Manchmal entsteht daraus Grösseres, wie unsere Übersicht zeigt. Diese zehn Mikro- und Kleinbrauereien mit Bar liegen in Gehdistanz zu einer öV-Haltestelle.

Text: Cello Rüegg

Ein Glas wird an einem Bahnhof mit Bier gefüllt. Im Hintergrund ist ein Zug von Thurbo zu sehen.
Bier in Bahnhofsnähe: Das gibt es im Thurbo Land zur Genüge. Symbolbild: Thurbo AG

Im Thurbo Land gibt es viele kleine Brauereien, manche sogar mit Bar. Besuchen Sie authentische Orte, sprechen Sie mit den Menschen über ihre Leidenschaft. Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie – selbstverständlich auch alkoholfreie – Biervielfalt. 

Barfuss-Brauerei in Bürglen

Es begann an Weihnachten 2002: Weil Bryan die Biervielfalt seiner Heimat USA vermisste, schenkte ihm seine Frau Karin ein Braukit. Seither braut Bryan mit Leidenschaft. 2014 gründeten die beiden die Brauerei in der Nähe des Barfusswegs auf dem Nollen, und Karin ist mittlerweile Biersommelière. Die Biere mit nicht alltäglichen Zutaten tragen Namen wie «Hill Billy», «Secret Service» sowie «Sleeping Bear» und sorgen für aussergewöhnliche Geschmackserlebnisse.

Die Barfuss-Brauerei ist Initiantin und Hauptorganisatorin der Thurgauer Bier-Zugfahrt.

 

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Karin Patton von der Barfuss-Braurei fährt im Rahmen eines Fotoshootings für die Thurgauer Bier-Zugfahrt 2026 im Thurbo. Bilder: Thurbo AG
Die Barfuss-Brauerei liegt direkt beim Bahnhof in Bürglen.
Das Interieur der Barfuss-Brauerei.

Brauerei St. Johann in Nesslau

Geschichte und Tradition im Obertoggenburg: Im denkmalgeschützten Haus «zur Mauer» wurde bereits von 1850 bis 1919 gebraut. Im Anbau gleich dahinter entsteht seit einigen Jahren wieder lokales Bier. Das Raumangebot kann sich sehen lassen – mit der gemütlichen Bar im Anbau und mehreren, unterschiedlich grossen Sälen für Gesellschaften im historischen Gebäude. Naheliegend: Hier gibt’s «Toggenburger Bruvieh» und «Zwingli Bier» – und einen Bierbrand.

 

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Die Brauerei St. Johann befindet sich im altehrwürdigen Haus «zur Mauer». Bilder: Brauerei St. Johann AG
Der Barbereich in der Brauerei St. Johann.

Biero in Lindau (DE)

Das Brauhandwerk hat Tradition auf der Insel. Allerdings stellte 1972 die letzte Brauerei den Betrieb in Lindau ein. Erst seit 2017 gibt es hier wieder eine Mikrobrauerei. Frederic Schmid und Andreas Hops starteten «Independent Brewing» mit einer kleinen, komplett selbstgebauten Sudanlage. 2020 eröffneten sie in der Fussgängerzone ihre «Schänke» – in einer ehemaligen Brauerei. Zum Angebot im «BIERO» gehören vier Standard- und einzelne Sonderbiere.

Die Terrasse des BIERO in Lindau. Bild: Schmid & Hops Inselbier Lindau

Bruderbier in Frauenfeld

Der Name sagt’s: Hier brauen zwei Brüder. Matthias und Thomas setzen seit 2015 – zuweilen ausgefallene – Bierrezepte um. Sie legen den Stil fest und verfeinern ihn nach ihrem Gusto, bis die Rezeptur passt. Ihr Sudhaus mit 300-Liter-Kessel steht an der Balierestrasse. Seit März 2025 betreiben sie eine Bar in der Stadtkaserne. Gastbiere ergänzen das Standardangebot mit gar nicht so standardmässigen Namen wie «Rosemary Ale» und «Barrel Aged Amber».

Die Brüder Matthias und Thomas hinter dem Tresen der Bar der Bruderbier-Brauerei in Frauenfeld. Bild: Brauer Bischoff GmbH

Grimbart's Brauwerkstatt in Dachsen

Plötzlich macht alles Sinn: In der Fabel steht «Grimbart» für «Dachs». Bis zum passenden Logo ist es dann nicht mehr weit. Genauso spielerisch leicht präsentiert Francis sein Hobby. Er braut Bier seit 2020 zuhause in der Trotte, wo früher Wein hergestellt wurde. Mit «Frechdachs», «Grinsekatze», «Coconut Bay» und weiteren Kreationen begrüsst er immer freitags zum «Bier um 5», je nach Temperatur und Wetter drinnen oder draussen. Irgendwie fabelhaft.

 

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Bier von Grimbart's Brauwerkstatt mit dem Rhein im Hintergrund.
Bier von Grimbart's Brauwerkstatt mit dem Rhein im Hintergrund. Bilder: Grimbart's Brauwerkstatt

Hermann Bier in St. Gallen

Gianluca und Marco brauen höchstens vier Mal pro Monat und haben neben Klassikern sowie Gast- auch «Vogel-Biere» im Angebot – Spezialitäten, die sie erstmals oder in unregelmässigen Abständen brauen. Nachhaltigkeit ist wichtig: Das Team setzt auf möglichst lokal hergestellte Bio-Rohstoffe, Mehrwegflaschen sowie die Zusammenarbeit mit örtlichen und sozial engagierten Partnern. Und pro gezapftes Bier gehen zehn Rappen an ein regionales Naturschutzprojekt.

 

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Das Innere der Bar von Hermann Bier.
Die Bar von Hermann Bier in St. Gallen. Bilder: Hermann Bier

Hörnlibräu in Fischenthal

Wie so oft stand am Anfang «die Bieridee». Das war 2006. Mittlerweile hat der Brauverein Fischenthal sechzehn Sorten im Angebot, vier Brauer sorgen in der Kleinbrauerei für Nachschub. Die Männer verbindet die Leidenschaft am Brauen und die Freude am Experimentieren. Pro Brautag entstehen in Handarbeit 500 Liter Sud mit Quellwasser aus dem Tössstockgebiet. Das Sortiment umfasst auch Honig- und Whiskybier sowie mit Holundersirup angereichertes Weizenbier. 

Das Hörnlibräu wird gezapft. Bild: Brauverein Fischenthal

Huus-Braui in Roggwil

Christian Tobler führt neben dem Restaurant Linde die Huus-Braui, in der seit 2002 Bier produziert wird. Der gelernte Koch ist auch ausgebildeter Brauer. Die Brauerei stellt «Spezialitäten-Biere» her, und sie hat ein eigenes Reinheitsgebot. Für Standardbiere verwendet sie zum Beispiel Roggwiler Quellwasser, Bamberger Malz, Tettnanger Aromahopfen und untergärige Hefe. Das Bier ist weder filtriert noch pasteurisiert, ebenso fehlen Konservierungsstoffe.

 

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Gute Stimmung in der Huus-Braui in Roggwil.
Gute Stimmung in der Huus-Braui in Roggwil. Bilder: huus-braui ag
Einige Flaschen werden abgepackt.
Die Huus-Braui ist idyllisch gelegen.
Die Huus-Braui ist idyllisch gelegen.

Kornhausbräu in Rorschach

In der «kleinsten der 50 grössten Brauereien der Schweiz» produziert Braumeister Res über 1’300 Hektoliter Bier pro Jahr. Neben den Klassikern gibt es Interessantes zu entdecken. Die «Wolfsmilch» hat ihren Namen von einem Bier, das bis 1935 in der Wolfsgrueb in Thal hergestellt wurde. Saisonale Kreationen der Spezialitätenbrauerei am Bodensee sind der spritzige «Frühling», der mit Edelkastanien verfeinerte «Herbst» und der kupferfarbene «Winter». 

 

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Symbolbilder der Kornhaus Brauerei in Rorschach.
Die reichhaltige Bierauswahl in der Kornhausbräu-Bar in Rorschach. Bilder: Kornhausbräu AG
Symbolbilder der Kornhaus Brauerei in Rorschach.
Symbolbilder der Kornhaus Brauerei in Rorschach.

St. Laurentius in Bülach

Das erste Bier entstand nach einer USA-Reise 2013 zuhause im Keller, 2015 erfolgte die Firmengründung und 2020 kam das BrewPub dazu. Mittlerweile arbeitet das Team mit einem 1’000-Liter-Sudwerk. Zudem organisiert es Anlässe wie die Bierwanderung oder das Craft Beer Festival in Bülach. Zu trinken gibt es auch Kreatives wie «Mandarinli IPA». Interessant: Der Ortsheilige von Bülach ist der Schutzpatron der Brauer – und gab dem Unternehmen den Namen.

 

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Die Brauerei St. Laurentius in Bülach.
In der Bar des St. Laurentius wird angestossen. Bilder: St. Laurentius Craft Beer AG
Die Brauerei St. Laurentius in Bülach.
Das Interieur des St. Laurentius.
Die Brauerei St. Laurentius in Bülach.

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